Heilpraktiker wollte mit hypnotisierter Frau „Pornos üben

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Sie vertraute ihm Körper und Geist an – er soll dieses Vertrauen missbraucht haben: Ein Heilpraktiker aus dem nordrhein-westfälischen Wegberg in der Nähe von Erkelenz wird sich jetzt wegen versuchter sexueller Nötigung vor dem örtlichen Landgericht verantworten müssen. Dem 62-Jährigen, der seit Anfang 2018 nicht mehr in seinem Beruf tätig ist, wird vorgeworfen, eine seiner Patientinnen im Jahr 2017 in Hypnose versetzt und sie dann zu sexuellen Handlungen veranlasst zu haben. Wie er das geschafft haben soll: Der unter Hypnose stehenden Frau suggerierte der damals noch praktizierende Heilpraktiker, sie und er seien Pornostars, die gemeinsam für ihren neuesten Film üben müssten.

Hypnose Therapien dienen dazu, gewissermaßen das Unterbewusstsein des Hypnotisierten umzuprogrammieren, Erfolge sind wissenschaftlich messbar. Doch sollte bei dieser Art der Therapie immer vollstes Vertrauen zwischen Hypnotiseur und Patient herrschen. Dies scheint im Fall des niedergelassenen Heilpraktikers aus Erkelenz nicht der Fall gewesen zu sein, sagt wenigstens das Opfer.

Laut Anklageschrift habe der Beklagte die Frau so tief hypnotisiert, dass sie sich an den Verlauf der Sitzungen nicht erinnern konnte. Ihr Unterbewusstsein jedoch konnte das Geschehene nicht verdrängen: Als bei der Frau mehrfach Albträume mit sexuellen Inhalten auftraten, keimte in ihr ein Verdacht auf, der sie handeln ließ.

Als die Frau am 29. September 2017 zu einer Sitzung bei dem Heilpraktiker erschien, ließ sie heimlich alles von ihrem Handy als Audiomitschnitt aufnehmen. Die Aufnahme soll jetzt dabei helfen, die Schuld des Heilpraktikers zu beweisen.

Ursprünglich sollte der Fall Ende März vor dem Amtsgericht Erkelenz verhandelt werden, doch wurde die Verhandlung inzwischen auf den 25. Juni verschoben.

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