XXX-Vorlesung an der Uni: In Paderborn kann man jetzt Pornos studieren

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Mit einem ungewöhnlichen Vorlesungsangebot macht derzeit die Uni Paderborn von sich reden. Denn das Institut für Anglistik und Amerikanistik bietet den Kurs „Porn-Studies“ an. Geleitet wird das Seminar von Madita Oeming. Die Geisteswissenschaftlerin schreibt eine Doktorarbeit über Porno-Filme und möchte die Forschung über Pornografie als Wissenschaft etablieren.

Wie aber kann man sich ein Porno-Seminar an der Uni vorstellen? Oeming erklärt in einem Interview mit der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeine (LINK: https://www.hna.de/lokales/goettingen/pornos-uni-paderborn-studenten-wissenschaft-12246716.html?&tb_cb=1), dass sich der Lehr-Alltag nicht gravierend von anderen Veranstaltungen unterscheide: „Nur statt Textauszügen schauen wir eben Pornoszenen an. Ich achte aber darauf, diese möglichst sinnvoll einzurahmen oder Sehaufträge zu geben.“ Und, stellt Oeming fest: „Natürlich muss ich auch abstimmen, welche Pornos für welches Publikum geeignet, zumutbar und zielführend sind.“

Die Resonanz der Studierenden auf ihr Angebot sei insgesamt positiv, sagt die engagierte Feministin. Wobei: „Das gemeinsame Pornogucken ist erst einmal merkwürdig für die meisten. Das legt sich aber schnell.“ Dennoch begegne ihr immer wieder eine große Scham, sobald die Sprache auf ihr Forschungsgebiet komme: „Man merkt zum Beispiel, wie oft mit Witzen versucht wird, einen unangenehmen Moment zu überspielen. Vielen fällt es schwer, darüber zu sprechen. Egal ob in der Familie, im Beruf oder im Freundeskreis. Was kein Wunder ist, denn es fehlt an offener Kommunikation über Sex. Und auch an Wissen über Pornos.“

Das Anschauen pornografischer Clips gehört für die Geisteswissenschaftlerin übrigens zum Forschungsalltag. Beim Sichten von Material ginge es aber dabei selbstverständlich nicht um erregende Inhalte, sondern um Aspekte, die, so Oeming, „(…) lohnend für eine Untersuchung sind, repräsentativ oder gerade ungewöhnlich.“ Dass ihre Uni-Kollegen ihre Forschung nicht immer wohlwollend aufnehmen und sie von vielen kritisch beäugt wird, stört die junge Frau nicht, dennoch habe sie diese Negativ-Haltung überrascht: „Aber diese Tabuisierung ist für mich gerade der Beweis, dass mehr dazu geforscht, mehr darüber gesprochen werden muss.“

Ein Porno-Seminar ist da doch ein guter Anfang!

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