Vyleesi und Flibanserin: Was kann „Viagra für die Frau“?

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Als vor vielen Jahren eine kleine, blaue Sex-Wunderpille namens Viagra auf den deutschen Markt kullerte, war die Begeisterung in der Männerwelt groß. Endlich Schluss mit toter Hose, Sildenafil sei Dank. Der in Mitteln wie Viagra, Cialis oder Levitra enthaltene Wirkstoff sorgt bei sexueller Stimulation dafür, dass in den Penis-Schwellkörpern ein Nervenbotenstoff freigesetzt wird, der die Blutgefäße erweitert und so zu einer Erektion führen beziehungsweise die Dauer einer bestehenden Erregung verlängern kann.

Gut für die Männer. Doch auch viele Frauen wünschen sich eine Zauberpille für eine eingeschlafene Libido. Vor rund fünf Jahren wurde darum in den USA das so genannte Viagra für die Frau zugelassen: Flibanserin, so der Name des Medikaments, ist ein Antidepressivum, das auf den weiblichen Hormonhaushalt wirkt und so helfen soll, verloren geglaubte Lust auf Sex zurückzugewinnen.

Wie wirkt Flibanserin? Die Tablette steigert die Konzentration des Glückshormons Dopamin und von Noradrenalin im Blut an und setzt im Gehirn spezielle „Geilheits-Botenstoffe“ frei, während sie gleichzeitig den Spiegel des lusthemmenden Hormons Serotonin absenkt.

Ein weiteres Arzneimittel, das erst im Juni diesen Jahres zugelassen wurde, ist Vyleesi. Anders als Flibanserin muss Vyleesi jedoch injiziert werden. Bei etwa 25 Prozent der in Tests untersuchten Probandinnen stieg unter dem Wirkstoff die sexuelle Lust. Doch gab es auch erhebliche Nebenwirkungen wie starke Übelkeit und Erbrechen, Reaktionen der Haut an der Injektionsstelle und Kopfschmerzen.

Hat die Unlust der Frau also physische Ursachen, könnten die Vyleesi und Flibanserin durchaus helfen, die Lust auf Lust wieder zu wecken. Doch ist dies bei vielen Frauen gar nicht das Problem.

Bei einer Vielzahl sind emotionale oder psychische Auslöser Schuld daran, dass sie Sex nicht mehr genießen können, ihn vielleicht gar nicht erst zulassen wollen. Ebenso ein häufiger Grund: Sexuelle Frustration beim Sex mit dem Partner, der vielleicht nicht genug auf die Bedürfnisse und Wünsche seiner Partnerin eingeht.

Wichtig ist daher unbedingt eine offene Kommunikation über Vorstellungen und Tabus. Und auch ein Sexualtherapeut kann helfen. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, sollte FRAU den Gang zum Arzt wagen.

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